Dienstag, 9. Dezember 2008

Mazda bringt selbstentwickelte, besonders effiziente Idling-Stop-Technologie

Der japanische Autobauer Mazda hat eine Motortechnologie entwickelt, die das Ausschalten des Motors in Situationen, in denen das Auto steht, und der effiziente Neustart des Motors beim Anfahren auch bei Fahrzeugen ohne Hybridantrieb möglich wird. Ein derartiges System des „Idling Stop“ ist bei Hybridfahrzeugen ganz normal und es wird auch mit zunehmender Häufigkeit in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verbaut. Normalerweise erfolgt der Neustart des Motors allerdings mithilfe eines Elektromotors, der wie eine überdimensionierter Anlasser funktioniert. Mazda hebt bei der neuen Umwelttechnologie, die es u.a. vom 11.12. bis zu, 13.12.08 auf der Messe „Eco-Products 2008“ im Messezentrum „TOKYO BIG SIGHT“ der Öffentlichkeit vorstellt, die Notwendigkeit eines solchen Motors auf, indem der Neustart des Motors über die Direkteinspritzung von Treibstoff in einen Zylinder des stehenden Motors und dessen Zündung erfolgt.
Dieses „Smart Idling Stop System“ (SISS), auch unter der Bezeichnung „i-stop“ vermarktet, ist nach Angaben des Automobilherstellers wesentlich effizienter als andere Idling Stop Systeme, und soll eine Treibstoffersparnis von bis zu 10% möglich machen (s. Anm.). Um den Motorstart via Treibstoffzündung im Zylinder möglich zu machen, ist ein besonders hohes Maß an Kontrolle der Zylinderposition notwendig; SISS verfolgt dementsprechend die Position eines jeden Zylinders und hält beim Ausschalten des Motors die Zylinder in einer Position an, in der die richtige Ausbalancierung des Luftvolumens in einem Zylinder im Abwärtshub und einem im Verdichtungshub den späteren Einsatz des Systems ermöglicht. Beim Neustart wird erst eine sehr geringe Menge Treibstoff in den Zylinder eingespritzt, der sich am Anfang seines Verdichtungshubs befindet, und gezündet, wodurch die Maschine kurzzeitig in Gegenrichtung läuft. In diesem Augenblick wird in den Zylinder, der durch den Rückwärtslauf des Motors in die Kompressionsphase eintritt, Treibstoff eingespritzt und gezündete, wodurch ein kräftiger Impuls sofort ein Abwärtsmoment im Zylinder erzeugt und den Motor in regulärer Richtung in Bewegung setzt.

http://bioage.typepad.com/.shared/image.html?/photos/uncategorized/mazdaidlestop_1.png

Neben der Treibstoffersparnis soll bei diesem System die Motorleistung deutlich schneller als bei einem mit Elektromotor gestarteten Aggregat wieder hergestellt werden (in 0,35 s). Auf diese Weise soll sichergestellt werden, das der Fahrer keine Verzögerung im Anfahrverhalten seines Autos spürt, obwohl der Motor zwischenzeitlich ausgestellt wurde. Ds System soll schon 2009 auf den Markt gebracht werden.
Gemeinsam mit dem von Mazda entwickelten Wasserstoff-Hybridmotor, der im RX-8 Hydrogen RE bereits seit 2006 in Japan über Leasingverträge zu haben ist und bald auch im Premacy Hydrogen RE Hybrid vermarktet wird, soll „i-stop“ dazu beitragen, das selbst gesteckte Ziel zu erreichen, bis 2015 den durchschnittlichen Treibstoffverbrauch der Flotte um 30% zu senken.

Anm.: Diese Werte basieren auf dem 10-15 mode test, der in Japan standardmässig zur Messung des Treibstoffverbrauchs eingesetzt wird. Das Messverfahren besteht aus zwei Zyklen, wobei im 10-mode drive cycle bei niedrigen Geschwindigkeiten und im 15-mode bei höheren Fahrgeschwindigkeiten gemessen wird.

Quellen: Mazda und Green Car Congress

Montag, 1. Dezember 2008

Umweltmesse „Enviro Shiga“ am Biwako-See: eine Plattform für Umwelttechnologie in Japan

Vor knapp einem Monat ist in Japan die „Enviro Shiga 2008“ in der Stadt Nagahama (Präf. Shiga) mit großem Erfolg zuende gegenagen und es liegen nun einige Berichtsdaten über den diejährigen Verlauf vor. Diese größte japanische Umweltmesse, auf der sich Unternehmen aus dem Öko-Business gegenseitig ihre neuen Produkte und Dienstleistungen vorstellen, hat in diesem Jahr vom 05. bis 07. November stattgefunden.

Dabei stellt der Umweltbezug ein breites Dach dar, unter dem sich viele unterschiedliche Umwelttechnologien und -initiativen in Japan zusammenfinden. Von hochspezialisierten Software-Services für die Steigerung der Energieeffizienz bis zu biologischen Filter-und Reinigungslösungen für öffentliche Toiletten zur Abwasserreduzierung war auf der Messe bereits alles vertreten. Auch Forschungs- und Entwicklungskooperationsprojekte zwischen Industrie und akademischer Forschung zeigen hier ihre neuesten Exponate.

Die Hauptkategorien der Messe sind:
  • New Energy & Energy-Saving Technologies
  • Environmental Solutions
  • Purification (Water/Soil/Air)
  • Environmental Civil Engineering & Architecture
  • Waste Treatment & Recycling
  • Eco-friendly Products
  • Environmental Enlightenment
  • Industry-Academia-Government Cooperation

Begleitend zum Ausstellungsprogramm findet ein umfangreiches Seminarprogramm (in japanischer Sprache) mit Vorträgen, Präsentationen und Diskussionen zu einem alljährlich wechselnden Thema statt; in diesem Jahr stand dabei das Bio-Business der Nahrungsmittelindustrie in Japan im Mittelpunkt, das auf den sogenannten "Metabo-Boom" aufsattelt.

Bereits am ersten von drei Messetagen strömten nach Angeben der Veranstalter ungefähr 10.000 Fachbesucher in die als B2B-Messe aufgestellte Ausstellung. Insgesamt verzeichnete die Messe in diesem Jahr 36.270 Fachbesucher. Die Rekordzahl von 276 Ausstellern aus Japan und dem Rest der Welt präsentierten ihre Neuheiten an insgesamt 478 Messeständen auf den 8.800 m² Ausstellungsfläche. Im Vorjahr waren es noch 268 Unternehmen und Organisationen mit 461 Ständen gewesen, was bereits einen Rekord seit dem Start der Veranstaltung vor 10 Jahren, im Jahr 1998, nach der Verabschiedung des Kyoto Protokolls, dargestellt hatte.

Damit ist die „Enviro Shiga“ die größte auf Umwelttechnologien ausgerichtete Industriemesse in Westjapan, auf der gezielt Geschäftskunden und -partner gefunden und angesprochen werden können.

Die nächste „Enviro Shiga“ wird vom 21.10. bis zum 23.10.2009 im Nagahama-Dome stattfinden. Die Anmeldefrist für interessierte Aussteller läuft von Februar bis Mitte August 2009.

Für weitere Informationen und Unterstützung bei der Informationsbeschaffung oder Organisation eines Messebesuches können Sie sich gerne an die Industrieanlagen, Consulting und Handel GmbH in Berlin wenden.

Email: benjamin.lunau@ichconsult.de

Dienstag, 18. November 2008

Kein Erreichen der Kyoto-Ziele ohne Arbeit am Netzwerk?

Die Fragmentierung von Japans Stromnetzen stellt einen nachhaltigen Stolperstein auf dem Weg zum Erreichen der Zielvereinbarung zum Senken des CO2-Ausstosses laut Kyoto-Protokoll dar.

Gerade musste die japanische Regierung eingestehen, dass im März diesen Jahres ein neues Rekordhoch im Hinblick auf den CO2-Ausstoss des Landes erreicht wurde. Damit sieht sich das Land, das derzeit fünftgrößter Produzent des Treibhausgases ist, mit der unerfreulichen Perspektive konfrontiert, eventuell nicht die ausgelobten Reduzierungen zu erreichen.

Die IEA unter Leitung von Tanaka Nobuo, einem ehemaligen Bürokraten aus dem japanischen Ministerium für Wirtschaft und Industrie, sieht in der hohen Fragmentierung des japanischen Stromnetzes eine Ursache für die bisher niedrigen Investitionen japanischer Stromerzeuger in alternative Energiequellen. Durch eine Vereinheitlichung der lokalen Netze wäre das nationale Stromnetz Japans besser in der Lage, Überschüsse aus der volativen Stromeinspeisung aus regenerativen Energiequellen gewinnbringend nutzen zu können.

Diese in erster Linie durch den japanischen Steuerzahler zu finanzierende Optimierung der Absatzkanäle sollte den Energiekonzernen die Entscheidung für alternative Energiequellen neben fossilen Brennstoffen erleichtern und damit dem freiwillig gesetzten Ziel einer Reduktion der CO2-Emmissionen pro KWh generierten Stroms auf 0,34 Kg näher bringen.

(Quelle: Reuters)

Donnerstag, 26. Juni 2008

Stand des Photovoltaik-Marktes in Japan

Produktion

Die Solarzellenproduktion ist auch in Japan nach wie vor von der Herstellung kristalliner PV-Zellen dominiert, deren jährlich ausgelieferte Menge jedoch seit 2005 bei einer Kapazität von 825 MW stagniert. 

Eine dynamische Wachstumstendenz zeigt die Produktion von Solarzellen mit SI-Schichtbauweise, die seit einem Einbruch im Jahr 2002 um mehr als 1/3 yoy gewachsen ist. Zuletzt legte die ausgelieferte Menge in dieser Sparte von 2006 auf 2007 um 60% zu.

Eine besonders dramatische Entwicklung sah in diesem Zeitraum die Produktion von "anderen" Zellen,  unter die auch die neuen Dünnschichtzellen fallen, mit einer Steigerung um fast 1.000% auf eine ausgelieferte Kapazität von 4.734 kW im Jahr 2007.


Abbildung 1: ausgelieferte Kapazität von PV-Elementen (Zellen und Module) in Japan

Jahr 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Kristallin 47.361 86.356 126.490 174.703 261.865 387.136 629.060 845.453 821.159 825.969
SI-Schicht 5.680 6.733 6.152 13.862 12.324 20.578 29.017 38.306 50.474 80.847
Andere 990 1.053 1.053 24 19 0 0 0 5 4.734
Insg. 54.031 94.142 133.695 188.589 274.208 407.714 658.077 883.759 871.638 911.550
Quelle: http://www.jpea.gr.jp/6/6-1.htm

Eine genauere Analyse der Zahlen nach Zielland der ausgelieferten Kapazität führt allerdings zu der Erkenntnis, dass das Wachstum in letzter Zeit in einem immer stärkerem Maße von Exporten abhängig wird. Die Binnennachfrage geht (wie auch die importe zurück), was durch ein stark wachsendes Exportvolumen mehr als kompensiert werden kann. 

Abbildung 2: Ausgelieferte Menge von PV-Elementen in Japan nach Bestimmungsland

2006 2007
im Inland ausgelieferte Menge Export Insgesamt im Inland ausgelieferte Menge Export Insgesamt
Bestimmung / Material aus
inländischer Produktion
Import Inland insg. Export Insgesamt aus
inländischer Produktion
Import Inland insg. Export Insgesamt
Kristallin 263.699 1.576 265.275 555.884 821.159 205.949 558 206.507 619.462 825.969
SI-Schicht 2.897 0 2.897 47.577 50.474 2.490 62 2.552 78.295 80.847
Andere 3 0 3 2 5 797 0 797 3.937 4.734
insg. 266.599 1.576 268.175 603.463 871.638 209.236 620 209.856 701.694 911.550
Quelle: http://www.jpea.gr.jp/6/6-1.htm

Die Inlandnachfrage ist in Japan im Zusammenhang mit dem Ende des Subventionssystems im Jahr 2005 deutlich zurück gegangen. Im Fiskaljahr 2007 setzte sich dieser negative Trend ungebrochen fort, als die im Inland ausgelieferte Menge um weitere 22% zurück ging.

Der Export wächst im Vergleich dazu gesund weiter und erreichte nach einer weiteren Steigerung um 16% im Jahr 2007 das dreifache der Inlandsnachfrage.
Im Zusammenhang mit den steigenden Exporten aus China betrachtet könnte die wachsende Exportabhängigkeit in Zukunft ein Geschäftsrisiko für die japanischen Produzenten von Photovoltaikzellen oder -modulen darstellen, insbesondere weil innerhalb der 3 bis 5 Jahre eine Halbierung der Systempreise erwartet wird.

Gegen eine unmittelbare Bedrohung der japanischen PV-Industrie spricht derzeit noch der hohe Innovationsgrad der japanischen Hersteller. 

Japanisches IP Ranking im PV-Business

Das japanische Beratungsunternehmen für IP-Evaluation, Intellectual Property Bank Corp. (http://www.ipb.co.jp/), hat das japanische Photovoltaik-Business auf seine Innovationskraft untersucht und im Juni ein Ranking der innovativsten Organisationen in diesem Geschäftsfeld veröffentlicht. In der Untersuchung mit dem Titel 「IPB特許・技術調査レポート− 特許の質と量から見る競合企業分析:太陽電池編−」(IPB Technologie- und Patentreport - Wettbewerbsanalyse nach Qualität und Anzahl der Patente: Solarzellen) wurden Hersteller und Forschungsinstitutionen auf die Qualität und die Menge der Patente beurteilt, die sie im Zeitraum zwischen Januar 1993 und Januar 2008 beantragt haben.

Sämtlichen Patenten wurde eine individuelle Punktzahl beigemessen, deren Gesamtsumme die letztendliche Beurteilung der Innovatoren bestimmte. Dabei erreichte Sharp den obersten Podestplatz bei individuellen Höchstbewertungen, gefolgt von der Hokkaido University auf dem zweiten Rang und Canon als Drittem. In der Gesamtbewertung führte auch Sharp, gefolgt von Canon und Sanyo. 

Im Bericht werden die Hersteller auch im Hinblick auf zukünftiges Wachstum einer SWOT-Analyse unterzogen. Dabei wurde auch insbesondere das intellektuelle Kapital der Unternehmen auf den vier Gebieten der kristallinen Solarzellen, der amorphen Solarzellen, der Halbleiter-Dünnschichtzellen und der organischen Solarzellen berücksichtigt.


Dienstag, 24. Juni 2008

Informationen zu japanischen Umweltpatenten der öffentlichen Hand

In Japan wurde im 1999 im Rahmen des "Gesetzes über Sondermaßnahmen zur Revitalisierung der Industrie" (産業活力再生特別措置法) eine Regelung in Kraft gesetzt, durch die der Besitz von Patenten, die unter Einsatz von staatlichen Fördergeldern erreicht wurden, auch bei der urhebenden Institution liegt. Das ist in Japan insbesondere für die Universitätsforschung interessant, weil jetzt Universitäten Einkommensströme über die Lizensierung der patentierten Technologien erzielen können. Als Ansprechpartner bei der Antragstellung für eine Lizensierung (TLO, Technology Licensing Organisation) wurde die "Japan Industrial Technology Association" (JITA, 日本産業技術振興協会) eingerichtet.

Umweltpatente bei der NEDO

Ein besondere Initiative für den Bereich von Umwelttechnologien bietet die "New Energy and Industrial Technology Development Organisation" (NEDO, 新エネルギー・産業技術総合開発機構), die eine Datenbank mit Informationen zu Patenten zu Umwelttechnologien unterhält, die auf diesem Wege lizensiert werden können.

Nach Angaben auf der Homepage der NEDO enthält die Datenbank gegenwärtig Informationen zu 10.459 Technologien, von denen sich 6.418 in der Phase der Patentbeantragung befinden und 4.041 bereits ein Patent erteilt bekommen haben. Lizenzabkommen sind bisher in 20 Fällen zustande gekommen.

Detaillierte Suchfunktionen

Die von der NEDO unterhaltene Datenbank erlaubt eine detailreiche Suche innerhalb des Datenbestands (auf japanischer Sprache). Dabei kann über den potentiellen Lizenzgeber, Patentnummern, rechtliche Umstände einer potentiellen Lizensierung bis zu einer freien Stichwortsuche in der Kurzbeschreibung der Patentbeschreibung eine Eingrenzung des Suchergebnisses vorgenommen werden. 

Eine Suche nach dem Stichwort "太陽電池" (Solarzelle) ergibt beispielsweise 324 Patente, bei denen die Rechte am Patent nach der Registrierung auf die NEDO übergegangen sind, aber auch 193 Fälle, bei denen die Rechte am Patent nach der Registrierung trotz öffentlicher Förderung bei der entwickelnden Organisation verblieben sind. Bei dem gewählten Beispiel stösst man hier auf ein Who is Who der japanischen Photovoltaikindustrie.

Lizensierung der durch NEDO gehaltenen Patente

Potentielle Lizenznehmer stellen zunächst eine Anfrage zur Lizensierung eines auf NEDO übergegangenen Patents direkt an die Abteilung für Intelektuelles Kapital der NEDO. Wenn eine prinzipielle Übereinkunft über die Lizenzbedingungen getroffen wurde, erfolgt die tatsächliche Antragsstellung über die JITA, wofür freundlicherweis estandardisierte Formulare auf der Seite der NEDO zur Verfügung gestellt werden.

Seite des Patentinformationssystems der NEDO

(ursprünglich gepostet am 18.07.2008)

"Green IT" aus Japan

Japans Elektronik-Industrie hat sich anlässlich einer Konferenz des japanischen "Green IT Promotion Council" am 12.06.2008 deutlich zur nachhaltigen Entwicklung von Green IT bekannt. Wie der Nachfolger des abtretenden Präsidenten Machida Katsuhiko (Sharp)der "Japan Electronics and Information Technology Industries Association (JEITA)", Shôyama Etsuhiko von Hitachi, verlautbaren liess, wird die Industrie in Zukunft noch stärker den potentiell großen Beitrag der IT zur Effizienzsteigerung in allen Geschäftsprozessen durch eine Senkung des Energieverbrauchs betonen. 

Demonstration von Green IT in Hokkaido

Die Förderung der damit verbundenen Technologie stellt einen neuen Schwerpunkt des Industrieverbands dar, der mit Exponaten im Umfeld des G8-Gipfeltreffens in Tôyaku im Juli 2008 deutlich herausgestellt werden soll. Im Mittelpunkt steht dabei ein vorläufig als "Zero-Emissions-House" betiteltes Projekt. An seinem Beispiel ein "Home Energy Managementsystem (HEMS)" für die intelligente Steuerung von Elementen der Hauselektronik wie Solarzellen, Photovoltaik-Fensterscheiben etc. demonstriert werden. 

Im internationalen Medienzentrum direkt im Tagungshotel werden weitere Geräte für die Steigerung der Energieeffizienz ausgestellt. Als Beispiel werden Steuerungssoftware für die Klimatisierung und Stromversorgung von Datenzentren oder auf Sensornetzwerken basierende Energieeffizienz steigernde Systeme für Ladengeschäfte genannt. Mit diesen Exponaten sollen politische Entscheidungsträger und Medienmultiplikatoren aus aller Welt auf das Potential der Green IT aus Japan aufmerksam gemacht werden.

"Green IT Promotion Council"

In dem am 01.02.2008 gegründeten "Green IT Promotion Council" haben sich die vier Industrieverbände der japanischen Elektronikindustrie, IT Händler und Nutzer zusammengeschlossen, mit dem Ziel, die Entwicklung von Green IT in Übereinstimmung mit der "Green IT Initiative" der japanischen Regierung voranzutreiben. Der am 10.06.2008 bereits 180 Mitgliedsunternehmen zählende Verband hat sich als Handlungsspektrum das Durchführen von Informationskampagnen für die Diffusion von Green IT, von Untersuchungen und Analysen zur Reduzierung von Umweltbelastungen durch den Einsatz von Informationstechnologie und die Entwicklung von Standards für Umwelttechnologien in sein Programm geschrieben.

Zur Homepage des
 "Green IT Promotion Council"

(ursprünglich gepostet am 16.07.2008)

Marktentwicklung des "Umwelt-Business" in Japan

Das japanische Umweltministerium stellt in seinem am 03.06.2008 veröffentlichten "Weißbuch Umweltschutz- und Recyclinggesellschaft, Jahrgang 2008" klar, dass der weltweite Markt für "Umwelt-Business" erheblich gewachsen ist. Auf der Grundlage von Daten eines amerikanischen Thinktanks kommt das Umweltministerium zu dem Schluss, das im Jahr 2006 mit 692 Mrd. US$ das 1,4fache Volumen des Marktes im Jahr 1996 erreicht worden sei, was einer jährlichen Wachstumsrate von 4,7% für den gesamten Markt entspräche.

Eine nach Regionen gegliederte Analyse sieht mit einem Volumen von 271,2 Mrd. US$ ca. 40% des Marktes in den USA angesiedelt. Japan folgt in einem Ranking bei einem Marktvolumen von 102,6 Mrd. US$ auf dem dritten Platz nach den USA und Westeuropa. Hier ist der Markt auch mit einer relativ geringen Dynamik von 2,6% gewachsen. 

Dem Weißbuch lag der Schwerpunkt der Geschäftsentwicklung des Umweltbusiness in Japan in der Vergangenheit insbesondere auf Technologien mit Bezug zu Luftverschmutzung und Abfallentsorgung. In den letzten Jahren sind aber im Umfeld von Klimaschutzmaßnahmen die Bereiche der Niedrigenergietechnologie und der regenerativen Stromerzeugung dynamisch gewachsen.

(ursprünglich gepostet am 04.07.2008)

Umwelttechnologie an der japanischen Börse

„Umweltindex“ am japanischen Aktienmarkt

Der Tokyo Stock Exchange (TSE) und das japanische Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Handel (METI) haben eine Überprüfung der Idee, einen „Umwelt“-Aktienindex einzurichten, eingeleitet . Der Index soll sich aus den Börsenkursen der Unternehmen zusammensetzen, die sich sehr verantwortlich im Umgang mit der Umwelt zeigen. TSE hat die Absicht, diesen Index im kommenden Jahr versuchsweise einzuführen. Durch ihn wird technologische Kompetenz des Managements im Umgang mit Energiesparmaßnahmen, Recycling etc. bewertet. Der Index wird auf der Basis solcher Unternehmen kalkuliert, die entsprechenden Kriterien genügen.

Das Ziel des Plans ist es, einen Aktienindex aufzubauen, der die in Japan traditionell stark entwickelte „Umweltkompetenz“ herausstellt und Investitionen aus dem In- und Ausland in die Unternehmen lenkt, die eine treibende Kraft in der Entwicklung des Umweltschutzes gewesen sind.

Mitte Juni werden TSE und das METI gemeinsam eine „Studiengruppe zu Methoden der Evaluierung von Umweltkompetenz an Kapitalmärkten“ ins Leben rufen, die sich aus Akademikern und Wirtschaftsvertretern zusammensetzt. Die Gruppe wird damit beginnen, Indizes und Kriterien für die Evaluierung des Umweltmanagements von Unternehmen zu diskutieren; Ergebnisse sollen nach einem Jahr zusammengestellt werden, und auch der Versuch des TSE wird voraussichtlich im kommenden Jahr beginnen.

Japanischer Emissionshandel kommt nächstes Jahr

Außerdem soll im kommenden Jahr am TSE der Handel mit Emissionsrechten aufgenommen werden. Am 30.05.08 fand das erste Treffen der „Studiengruppe zum Handel mit Kyoto-Credits“ statt, die sich mit den Vorbereitungen für einen Markt zum Handel mit Emissionsrechten von Treibhausgasen wie CO2 etc. beschäftigt. Der CEO des TSE, Saito Atsushi, ließ verlautbaren, Japan habe eine in Asien einzigartige Pflicht, Einschnitte vorzunehmen, und sollte dementsprechend auch einen eigenständigen Markt entwickeln, der das Zeug zu einem internationalen Standard habe. Er plant die Einrichtung dieses Marktes für das Jahr 2009.

Die Studiengruppe setzt sich aus Unternehmensvertretern von Großhandelshäusern, Stromerzeugern, Wertpapierhändlern, Banken etc. zusammen. Außerdem nehmen die verantwortlichen Bürokraten aus der Finanzaufsichtsbehörde (FSA), dem Umweltministerium und dem METI teil. Die Gruppe soll Lösungen im Hinblick auf die Struktur und das System zur Zirkulierung von durch das Kyoto-Protokoll festgelegten Emmissionsrechten (CER), sowie zu Abrechnungs- und Zahlungssystemen finden und diese bis zum Herbst diesen Jahres zusammenfassend vorstellen.

(ursprünglich gepostet am 02.07.2008)

Koreanische Großunternehmen springen auf den Solartrend auf

Eine ganze Reihe koreanischer Großunternehmen steigt in Zeiten hoher Ölpreise, in denen nach Alternativen zur Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen gesucht wird, in den Photovoltaikmarkt ein.

Derzeit wird der Weltmarkt für Solartechnik durch Unternehmen aus Deutschland, Japan und den USA dominiert, aber in jüngster Zeit haben auch südkoreanische Unternehmen in großem Maßstab in dieses neue Wachstumssegment investiert. Nach Berechnungen des Samsung Reserach Institute (SRI) wird sich der weltweite Markt für Photovoltaik mit einem Wachstum von 15 Mrd. Dollar im Jahr 2005 auf 36,1 Mrd. Dollar im Jahr 2010 mehr als verdoppeln. In Südkorea selbst ist die installierte Kapazität von 2,6MW im Jahr 2004 sprunghaft auf 44MW im Jahr 2007 angewachsen. Prognosen sagen für dieses Jahr ein weiteres Wachstum auf 100MW und für 2010 auf 4 Gigawatt voraus. 

1MW entspricht der Strommenge, die ungefähr 200 bis 300 südkoreanische Haushalte in einem Jahr verbrauchen. Nach Ansicht des SRI wird der Zeitpunkt, an dem photovoltaische Energieerzeugung in Korea genauso ökonomisch wird wie die Energiegewinnung mit fossilen Brennstoffen ungefähr im Jahr 2020 erreicht sein, also später als in Japan (2010) oder den USA (2015).

-Großunternehmen steigen ein -

LG hat einen neuen Unternehmensbereich für Photovoltaik eingerichtet. Das Unternehmen hat kürzlich die Summe von 120 Mrd. Won (€ 75 Mio) investiert und in Chuncheon Namdo ein Solarkraftwerk der 14MW-Klasse errichtet, das im kommenden Monat den Betrieb aufnehmen wird. Durch die Konstruktion eines geschlossenen Systems für Komponentenproduktion, die Errichtung von Anlagen und deren Betrieb über die verschiedenen Tochterfirmen LG Solar Energy, LG Chem und LG Electronics wird der Gruppe zugetraut, zukünftig sehr wettbewerbsfähig zu werden.

Auch Hyundai Heavy Industries hat eine Fabrik für die Produktion von Solarzellen und anderen Bauteilen in Chuncheon Bukdo fertig gestellt. Das Unternehmen plant in dieser Fabrik, in die 34 Mrd. Won (€ 21 Mio) investiert worden sind, Photovoltaik-Bauteile für eine jährliche Energiegewinnung von 30MW herzustellen. Hyundai Heavy Industries will bis 2009 Erweiterungsinvestitionen von 200 Mrd. Won (€ 125 Mio) tätigen, eine zweite Fabrik errichten und den Umsatz in der Sparte auf 1 Billion Won (€ 625 Mio) steigern. Der Vizepräsident des Unternehmens Min Keh-Sik ließ verlautbaren, in Zukunft werde eine struktur eingerichtet, in der sämtliche Photovoltaikkomponenten hergestellt würden. 

Tonyan Steel and Chemicals hat seit letzten Monat die Produktion des für Solarzellen so wichtigen Rohstoffs Polysilikon voll aufgenommen, und SKC plant innerhalb diesen Jahres in die Massenproduktion von Filmen für Solarzellen einzusteigen. Auch das größte Stadtgasunternehmen Südkoreas, Samcheonri, hat kürzlich in Cheonla ein Solarkraftwerk der 2MW-Klasse eingerichtet. 

Angesichts des Rampenlichts, in dem die Photovoltaik in jüngster Zeit in Südkorea steht, steigt die Zahl der Unternehmen, die ihre Geschäfte überprüfen und Überlegungen zu einem Markteinstieg anstellen. Insgesamt 48 börsennotierte Unternehmen des Landes haben in letzter Zeit ihre Statuten überarbeitet und photovoltaische oder nukleare Stromerzeugung in den Unternehmenszweck mit aufgenommen. Die Zahl der koreanischen Unternehmen, die inmitten der weltweiten Energiekrise an der Wachstumsdynamik der neuen und regenerativen Energiequellen teilhaben wollen, wächst.

(ursprünglich gepostet am 30.05.2008)

Verliert Japan den Anschluss bei der regenerativen Energiererzeugung?

Ein pessimistischer Blick von Innen

Mit Sharp, Kyocera, Sanyo und Mitsubishi kommen vier der sechs größten Hersteller von Solarzellen aus Japan. Bis 2003 belegte das Land auch in der jährlich neu installierten photovoltaischen Kapazität den Spitzenplatz. Doch jetzt melden sich Stimmen, die davor warnen, Japan könne auf dem Feld regenerativer Energiegewinnung den Anschluss an die führenden Industrienationen der Welt verlieren.

Die „Fukuda-Vision“ des japanischen Premierministers sieht zwar eine Reduzierung der japanischen Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 um 60% bis 80% vor, japanische Experten auf dem Gebiet der regenerativen Energiegewinnung halten diese Ziele aber von vornherein für kaum erreichbar, ohne das gewaltige Wechsel in der Politik des Landes vollzogen wird. Denn in den Planungen zur Stromversorgung spielen diese Formen der Energiegewinnung in Japan eine nach wie vor untergeordnete Rolle. Während sowohl in den in den USA als auch in europäischen Nationen, allen voran in Deutschland, regenerative Energien zukünftig einen erheblichen Bestandteil der Energieversorgung übernehmen sollen (15% bis zum Jahr 2020 in den USA, 45% bis zum Jahr 2030 in Deutschland), beschränkt man sich in Japan auf ein Ziel von 1,63% (allerdings bereits bis zum näher liegenden Zeitpunkt von 2014).

Derartige Ziele betrachtet der Direktor der japanischen Non-Profit-Organisation ISEP (Institute for Sustainable Energy Policies), Iida Tetsunari, als ziemlich lachhaft; er beklagt die reale Gefahr, dass Japan auf dem besten Weg sei, auf Gebiet der erneuerbaren Energien den Anschluss an den Rest der Welt zu verpassen.

Erneuerbare Energien wie Windkraft, Solarenergie, Solarthermie, Geothermie, Biomasse, Wasserkraft und Gezeitenkraft sind nicht wie Erdöl oder Kohle in begrenzten Ausmaß vorhanden, und drohen nicht auszugehen. Außerdem weisen sie keine regionale Ungleichverteilung wie fossile Brennstoffen auf und sind dementsprechend nicht Gegenstand geopolitischer Risiken. Anders als bei fossilen Brennstoffe werden bei der Energiegewinnung aus regenerativen Quellen keine Treibhausgase freigesetzt, weshalb diese Art der Energiegewinnung auch als Gegenmaßnahme gegen eine weitere globale Erwärmung trumpfen kann.

Für ein rohstoffarmes Land wie Japan, das für die Deckung seines Energiebedarfs zu 100% auf Importe angewiesen ist, sollte die regenerative Stromgewinnung als ideale Energiequelle für das 21. Jahrhundert herausstechen. Trotzdem sieht Herr Iida keinerlei Hinweise darauf, das derzeit in Japan ein Wechsel weg von fossilen Brennstoffen oder der problembeladenen Kernkraft stattfinde. Damit werde der weltweite Trend verpasst.

Auf dem Gebiet der Windkraft, die unter den regenerativen Energiequellen noch am weitesten verbreitet sei, ist Japan in den vergangenen Jahren von Ländern wie China und Indien überholt worden, und im Hinblick auf die installierte Kapazität auf den 13. Rang weltweit zurückgefallen. Auch auf dem Gebiet der Solarenergie, auf dem Japan bis zum Jahr 2004 im Hinblick auf jährlich neu installierte Kapazität führend in der Welt war, ging die Spitzenreiterrolle auf Deutschland über, und die Diskrepanz zwischen den beiden Ländern wächst jährlich sowohl bei der neu installierten als auch bei der insgesamt installierten Kapazität.

Herr Iida führt in einem Fernsehinterview diese Entwicklung darauf zurück, dass europäische Länder wie Schweden, Dänemark oder Deutschland in den 90er Jahre politische Maßnahmen zur Förderung regenerativer Energien eingeführt und damit die sprunghafte Verbreitung dieser Form der Energiegewinnung eingeleitet hätten. Japan habe gleichzeitig weiter auf Nuklearenergie gesetzt und die neuen Energiequellen vernachlässigt. Tatsächlich wurde im Jahr 2005 die Subventionierung von Solaranlagen in Japan eingestellt – was prompt negative Auswirkungen auf die neu installierte Kapazität gezeigt hat.

Die sträfliche Vernachlässigung der regenerativen Energiequellen in Japan rührt nach Ansicht der japanischen Kritiker vom großen politischen Einfluss der klassischen Energieerzeuger her. In den althergebrachten Institutionen des eisernen Dreiecks aus Politik, Bürokratie und großer Wirtschaft könnten die große Stromkonzerne noch immer das METI und die Politiker von der Förderung neue Energiequellen abbringen, durch die sie ihre eigenen Interessen und Gewinne bedroht sehen. Bürokratie und Politik hätten eigentlich schon anhand der Erfolgsbeispiele Deutschland und Spanien gelernt und seien sich auch über die Rationalität einer Verbreitung alternativer Energiequellen im Klaren.

(ursprünglich gepostet am 29.05.2008)

Japanische Umweltpatente

Pläne für eine gegenseitige Nutzung von Umweltpatenten im
Unternehmenssektor
Das japanische Ministerium für Wirtschaft und Industrie (METI) hat
Pläne für eine „Eco Patent Commons"-Struktur konsolidiert, über den
sich Unternehmen gegenseitig kostenfrei nicht genutzte Patente aus dem
Umweltbereich offen legen sollen. Im Umfeld der globalen Erwärmung
zieht die exzellente Umwelttechnologie aus Japan immer mehr
Aufmerksamkeit auf sich; die Zielsetzung des Programms ist es, durch
die effektive Nutzung bisher nicht implementierter, verschütteter
Patenttechnologie die Verbreitung und Entwicklung von
Umwelttechnologie noch weiter zu fördern.
Das System sieht vor, das jedes Unternehmen, das mindestens eine
Umwelttechnologie einstellt, für die es ein Patent hält, ohne es zu
implementieren, die registrierten Patente anderer Unternehmen
gebührenfrei nutzen kann. Auf einer extra eingerichteten Website im
Internet wird ein Überblick zu den eingestellten Patenten
veröffentlicht. Als Beispiele ließen sich Patente für besondere
Technologien zur Vermeidung von Treibhausgasen in fortschrittlichen
Produktionsstätten oder Technologien zur Verkleinerung von
Verpackungen vorstellen.
IBM und Sony haben gemeinsam bereits im Januar 2008 ein vergleichbares
System eingerichtet, bisher wurden aber nicht mehr als 30 Einträge
eingestellt. Das Ministerium für Wirtschaft und Industrie fordert von
der Wirtschaft das Bereitstellen einer Zielgröße von über 200
Patenten, nach deren Erreichen es auch die Eintragung ungefähr 100
staatlich gehaltener Patente aus dem Umweltbereich plant.
Flankierend befindet sich eine Gesetzesrevision für das Erlassen oder
Rückerstatten von Kosten in Planung, die bei der Anmeldung eines
Patents entstehen oder mit dem Verlängern gehaltener Patente verbunden
sind. Durch die Senkung der Belastung für die Unternehmen soll die
Akzeptanzrate des Systems gefördert werden. Darüber hinaus wird
untersucht, ob man das Ökopatentsystem auch mit dem System zur
Reduzierung von Treibhausgasemmissionen verbindet und den Unternehmen,
die Patente einstellen, eine bestimmte Emissionsmenge zuteilt.
Die japanische Regierung verspricht sich so, der bereits auf einem
hohen Niveau rangierende Umwelttechnologie aus Japan neue Impulse zu
verleihen und den eigenen Anspruch auf eine Führungsrolle im Bereich
der Klimaschutzmaßnahmen zu unterstreichen. Durch die gegenseitige
Nutzung von Patenten soll der Technologietransfer zwischen den
Unternehmen der Branche belebt werden, und der Standard der
japanischen Umwelttechnologie neue Höhen erreichen.

Japanische Umweltpatente

Pläne für eine gegenseitige Nutzung von Umweltpatenten im Unternehmenssektor

Das japanische Ministerium für Wirtschaft und Industrie (METI) hat Pläne für eine „Eco Patent Commons“-Struktur konsolidiert, über den sich Unternehmen gegenseitig kostenfrei nicht genutzte Patente aus dem Umweltbereich offen legen sollen. Im Umfeld der globalen Erwärmung zieht die exzellente Umwelttechnologie aus Japan immer mehr Aufmerksamkeit auf sich; die Zielsetzung des Programms ist es, durch die effektive Nutzung bisher nicht implementierter, verschütteter Patenttechnologie die Verbreitung und Entwicklung von Umwelttechnologie noch weiter zu fördern.

Das System sieht vor, das jedes Unternehmen, das mindestens eine Umwelttechnologie einstellt, für die es ein Patent hält, ohne es zu implementieren, die registrierten Patente anderer Unternehmen gebührenfrei nutzen kann. Auf einer extra eingerichteten Website im Internet wird ein Überblick zu den eingestellten Patenten veröffentlicht. Als Beispiele ließen sich Patente für besondere Technologien zur Vermeidung von Treibhausgasen in fortschrittlichen Produktionsstätten oder Technologien zur Verkleinerung von Verpackungen vorstellen.

IBM und Sony haben gemeinsam bereits im Januar 2008 ein vergleichbares System eingerichtet, bisher wurden aber nicht mehr als 30 Einträge eingestellt. Das Ministerium für Wirtschaft und Industrie fordert von der Wirtschaft das Bereitstellen einer Zielgröße von über 200 Patenten, nach deren Erreichen es auch die Eintragung ungefähr 100 staatlich gehaltener Patente aus dem Umweltbereich plant.

Flankierend befindet sich eine Gesetzesrevision für das Erlassen oder Rückerstatten von Kosten in Planung, die bei der Anmeldung eines Patents entstehen oder mit dem Verlängern gehaltener Patente verbunden sind. Durch die Senkung der Belastung für die Unternehmen soll die Akzeptanzrate des Systems gefördert werden. Darüber hinaus wird untersucht, ob man das Ökopatentsystem auch mit dem System zur Reduzierung von Treibhausgasemmissionen verbindet und den Unternehmen, die Patente einstellen, eine bestimmte Emissionsmenge zuteilt.

Die japanische Regierung verspricht sich so, der bereits auf einem hohen Niveau rangierende Umwelttechnologie aus Japan neue Impulse zu verleihen und den eigenen Anspruch auf eine Führungsrolle im Bereich der Klimaschutzmaßnahmen zu unterstreichen. Durch die gegenseitige Nutzung von Patenten soll der Technologietransfer zwischen den Unternehmen der Branche belebt werden, und der Standard der japanischen Umwelttechnologie neue Höhen erreichen.


(ursprünglich gepostet am 27.05.2008)

Japanische Umweltpatente

Pläne für eine gegenseitige Nutzung von Umweltpatenten im Unternehmenssektor

Das japanische Ministerium für Wirtschaft und Industrie (METI) hat Pläne für eine „Eco Patent Commons"-Struktur konsolidiert, über den sich Unternehmen gegenseitig kostenfrei nicht genutzte Patente aus dem Umweltbereich offen legen sollen. Im Umfeld der globalen Erwärmung zieht die exzellente Umwelttechnologie aus Japan immer mehr Aufmerksamkeit auf sich; die Zielsetzung des Programms ist es, durch die effektive Nutzung bisher nicht implementierter, verschütteter Patenttechnologie die Verbreitung und Entwicklung von Umwelttechnologie noch weiter zu fördern.

Das System sieht vor, das jedes Unternehmen, das mindestens eine Umwelttechnologie einstellt, für die es ein Patent hält, ohne es zu implementieren, die registrierten Patente anderer Unternehmen gebührenfrei nutzen kann. Auf einer extra eingerichteten Website im Internet wird ein Überblick zu den eingestellten Patenten veröffentlicht. Als Beispiele ließen sich Patente für besondere Technologien zur Vermeidung von Treibhausgasen in fortschrittlichen Produktionsstätten oder Technologien zur Verkleinerung von Verpackungen vorstellen.

IBM und Sony haben gemeinsam bereits im Januar 2008 ein vergleichbares System eingerichtet, bisher wurden aber nicht mehr als 30 Einträge eingestellt. Das Ministerium für Wirtschaft und Industrie fordert von der Wirtschaft das Bereitstellen einer Zielgröße von über 200 Patenten, nach deren Erreichen es auch die Eintragung ungefähr 100 staatlich gehaltener Patente aus dem Umweltbereich plant.

Flankierend befindet sich eine Gesetzesrevision für das Erlassen oder Rückerstatten von Kosten in Planung, die bei der Anmeldung eines Patents entstehen oder mit dem Verlängern gehaltener Patente verbunden sind. Durch die Senkung der Belastung für die Unternehmen soll die Akzeptanzrate des Systems gefördert werden. Darüber hinaus wird untersucht, ob man das Ökopatentsystem auch mit dem System zur Reduzierung von Treibhausgasemmissionen verbindet und den Unternehmen, die Patente einstellen, eine bestimmte Emissionsmenge zuteilt.

Die japanische Regierung verspricht sich so, der bereits auf einem hohen Niveau rangierende Umwelttechnologie aus Japan neue Impulse zu verleihen und den eigenen Anspruch auf eine Führungsrolle im Bereich der Klimaschutzmaßnahmen zu unterstreichen. Durch die gegenseitige Nutzung von Patenten soll der Technologietransfer zwischen den Unternehmen der Branche belebt werden, und der Standard der japanischen Umwelttechnologie neue Höhen erreichen.

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Auf ein produktives Miteinander im Web 2.0, Benjamin