Die Solarzellenproduktion ist auch in Japan nach wie vor von der Herstellung kristalliner PV-Zellen dominiert, deren jährlich ausgelieferte Menge jedoch seit 2005 bei einer Kapazität von 825 MW stagniert.
Eine dynamische Wachstumstendenz zeigt die Produktion von Solarzellen mit SI-Schichtbauweise, die seit einem Einbruch im Jahr 2002 um mehr als 1/3 yoy gewachsen ist. Zuletzt legte die ausgelieferte Menge in dieser Sparte von 2006 auf 2007 um 60% zu.
Eine besonders dramatische Entwicklung sah in diesem Zeitraum die Produktion von "anderen" Zellen, unter die auch die neuen Dünnschichtzellen fallen, mit einer Steigerung um fast 1.000% auf eine ausgelieferte Kapazität von 4.734 kW im Jahr 2007.
Abbildung 1: ausgelieferte Kapazität von PV-Elementen (Zellen und Module) in Japan
| Jahr | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 |
| Kristallin | 47.361 | 86.356 | 126.490 | 174.703 | 261.865 | 387.136 | 629.060 | 845.453 | 821.159 | 825.969 |
| SI-Schicht | 5.680 | 6.733 | 6.152 | 13.862 | 12.324 | 20.578 | 29.017 | 38.306 | 50.474 | 80.847 |
| Andere | 990 | 1.053 | 1.053 | 24 | 19 | 0 | 0 | 0 | 5 | 4.734 |
| Insg. | 54.031 | 94.142 | 133.695 | 188.589 | 274.208 | 407.714 | 658.077 | 883.759 | 871.638 | 911.550 |
Quelle: http://www.jpea.gr.jp/6/6-1.htm
Eine genauere Analyse der Zahlen nach Zielland der ausgelieferten Kapazität führt allerdings zu der Erkenntnis, dass das Wachstum in letzter Zeit in einem immer stärkerem Maße von Exporten abhängig wird. Die Binnennachfrage geht (wie auch die importe zurück), was durch ein stark wachsendes Exportvolumen mehr als kompensiert werden kann.
| 2006 | 2007 | |||||||||
| im Inland ausgelieferte Menge | Export | Insgesamt | im Inland ausgelieferte Menge | Export | Insgesamt | |||||
| Bestimmung / Material | aus inländischer Produktion | Import | Inland insg. | Export | Insgesamt | aus inländischer Produktion | Import | Inland insg. | Export | Insgesamt |
| Kristallin | 263.699 | 1.576 | 265.275 | 555.884 | 821.159 | 205.949 | 558 | 206.507 | 619.462 | 825.969 |
| SI-Schicht | 2.897 | 0 | 2.897 | 47.577 | 50.474 | 2.490 | 62 | 2.552 | 78.295 | 80.847 |
| Andere | 3 | 0 | 3 | 2 | 5 | 797 | 0 | 797 | 3.937 | 4.734 |
| insg. | 266.599 | 1.576 | 268.175 | 603.463 | 871.638 | 209.236 | 620 | 209.856 | 701.694 | 911.550 |
Die Inlandnachfrage ist in Japan im Zusammenhang mit dem Ende des Subventionssystems im Jahr 2005 deutlich zurück gegangen. Im Fiskaljahr 2007 setzte sich dieser negative Trend ungebrochen fort, als die im Inland ausgelieferte Menge um weitere 22% zurück ging.
Der Export wächst im Vergleich dazu gesund weiter und erreichte nach einer weiteren Steigerung um 16% im Jahr 2007 das dreifache der Inlandsnachfrage.
Im Zusammenhang mit den steigenden Exporten aus China betrachtet könnte die wachsende Exportabhängigkeit in Zukunft ein Geschäftsrisiko für die japanischen Produzenten von Photovoltaikzellen oder -modulen darstellen, insbesondere weil innerhalb der 3 bis 5 Jahre eine Halbierung der Systempreise erwartet wird.
Gegen eine unmittelbare Bedrohung der japanischen PV-Industrie spricht derzeit noch der hohe Innovationsgrad der japanischen Hersteller.
Japanisches IP Ranking im PV-Business
Das japanische Beratungsunternehmen für IP-Evaluation, Intellectual Property Bank Corp. (http://www.ipb.co.jp/), hat das japanische Photovoltaik-Business auf seine Innovationskraft untersucht und im Juni ein Ranking der innovativsten Organisationen in diesem Geschäftsfeld veröffentlicht. In der Untersuchung mit dem Titel 「IPB特許・技術調査レポート− 特許の質と量から見る競合企業分析:太陽電池編−」(IPB Technologie- und Patentreport - Wettbewerbsanalyse nach Qualität und Anzahl der Patente: Solarzellen) wurden Hersteller und Forschungsinstitutionen auf die Qualität und die Menge der Patente beurteilt, die sie im Zeitraum zwischen Januar 1993 und Januar 2008 beantragt haben.
Sämtlichen Patenten wurde eine individuelle Punktzahl beigemessen, deren Gesamtsumme die letztendliche Beurteilung der Innovatoren bestimmte. Dabei erreichte Sharp den obersten Podestplatz bei individuellen Höchstbewertungen, gefolgt von der Hokkaido University auf dem zweiten Rang und Canon als Drittem. In der Gesamtbewertung führte auch Sharp, gefolgt von Canon und Sanyo.
Im Bericht werden die Hersteller auch im Hinblick auf zukünftiges Wachstum einer SWOT-Analyse unterzogen. Dabei wurde auch insbesondere das intellektuelle Kapital der Unternehmen auf den vier Gebieten der kristallinen Solarzellen, der amorphen Solarzellen, der Halbleiter-Dünnschichtzellen und der organischen Solarzellen berücksichtigt.

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